Städtebauliche Rahmenplanung Zuckerfabrik Warburg

Seit 2019 wird in der ehemaligen Zuckerfabrik in Warburg kein Zucker mehr hergestellt. Zur Entwicklung eines zukunftsfähigen Nachnutzungskonzepts für den Standort hat NRW.URBAN plan-lokal mit der Erstellung einer städtebaulichen Rahmenplanung beauftragt.

Das Areal der ehemaligen Zuckerfabrik befindet sich am nordöstlichen Siedlungsrand Warburgs, in fußläufiger Entfernung zur Altstadt und unmittelbar am Bahnhof gelegen. Seit 2023 ist die Fläche Teil der Landesinitiative Bau.Land.Leben, die mit ihren Instrumenten Bau.Land.Partner+ und Bau.Land.Bahn neue Perspektiven für die Nutzung dieser Industriebrache eröffnet.

Ziel der Rahmenplanung ist es, ein städtebauliches Konzept für die Entwicklung eines urbanen Wohn- und Mischquartiers zu erstellen.

Dabei gilt es insbesondere Fragen der Nutzungsmischung, der Wohn- und Gewerbetypen, der städtebaulichen Dichte, der Nachnutzung von Bestandsgebäuden, der Integration in den Siedlungsbestand, des Landschaftsbildes, der Freiraumvernetzung, der Geländetopografie, des Lärmschutzes der Nachbarschaftsbildung sowie der Industriekultur zu klären. Im Hinblick auf den Klimawandel und des sich wandelnden Mobilitätsverhaltens in der Gesellschaft sind zukunftsfähige klimaangepasste städtebauliche Lösungsansätze zu entwickeln.

Weitere Informationen finden Sie unter https://nrw-urban.de/hansestadt-warburg-und-baulandpartner-unterschreiben-entwicklungsvereinbarung/

25. März 2025Projektabschluss Rahmenplanung Zuckerfabrik Warburg

Nachdem bereits im August 2024 der Entwurf im Ausschuss für Planung, Bauen, Heimat- und Denkmalpflege Warburg vorgestellt wurde, fand nun erstmalig eine öffentliche Präsentation der städtebaulichen Rahmenplanung im Rat der Hansestadt Warburg statt.

Die erarbeitete Rahmenplanung belegt dabei die städtebauliche Machbarkeit für die Entwicklung des Areals der ehemaligen Zuckerfabrik zu einem zukunftsfähigen Mischquartier mit urbanem Charakter. Für die Stadt Warburg kann die Mobilisierung der Fläche die Chance bieten, wohnbauliche und gewerbliche Entwicklungen an einem für die Stadtentwicklung wichtigen Standort, in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof zu forcieren.

Zur Schaffung von Urbanität und Lebendigkeit sieht der Entwurf eine große Nutzungsmischung und ‑dichte vor, die sich besonders in einer großen Mischung von Wohnformen widerspiegelt und zur Diversifizierung des Wohnungsmarktes in Warburg beitragen kann.

Gleichzeitig wurden Lösungsmöglichkeiten entwickelt, die ein gesundes und attraktives Wohn- und Arbeitsumfeld schaffen, das zum Aufenthalt einlädt und Nachbarschaftsbildung fördert. Zentrale Maßnahme zur Schaffung hoher Freiraumqualität ist dabei die Abwesenheit des ruhenden Verkehrs im öffentlichen Raum. Vor dem Hintergrund einer flächeneffizienten und klimaangepassten Stadtplanung sieht der Entwurf vielfältige multifunktionale Stadträume und Stadtbausteine vor.

Mit der Entwicklung auf dem ehemaligen Fabrikgelände bietet sich zudem die Gelegenheit, das derzeit isolierte Bahnhofsumfeld im Sinne eines Ankunftsortes sowie zentralen Mobilitätspunktes neu zu gestalten und als Stadt- und Quartierseingang zu integrieren.

Mit der Wahrung und Würdigung der Historie des Ortes bzw. des industriellen Erbes bietet sich die Möglichkeit, eine Einzigartigkeit in Städtebau, Architektur und Freiraumgestaltung zu sichern. Die Umnutzung bestehender baulicher Strukturen kann hierbei nicht nur zur Identitätsbildung des Quartiers beitragen, sondern auch einen nachhaltigen Umgang mit der „grauen Energie“ des Bestandes bezwecken.

Wir bedanken uns für die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit den Projektbeteiligten von der Stadt Warburg und NRW.URBAN und wünschen der Stadt für die anstehende Entscheidungsfindung zur Zukunft des Areals alles Gute.

23. März 2023Auftakt für unser neues Projekt in Warburg

Die Zuckerfabrik in Warburg hat eine Geschichte, die über 140 Jahre alt ist. Von der Gründung im Jahre 1882 bis zur Stilllegung 2019 war sie ein wichtiger Wirtschaftsstandort in Warburg sowie für die Landwirtschaft in der Region. Die Schließung des Betriebs stellt die Stadtplanung vor die Frage, wie mit der Industriebrache in Zukunft umzugehen ist. Im Hinblick auf eine flächensparsame Nutzung von Grund und Boden stellt die Flächenkonversion, also die Nachnutzung vorgenutzter Flächen, ein elementares Ziel der Stadtentwicklung dar. Nachdem das Fabrikgelände lange Zeit für weite Teile der Bevölkerung unzugänglich und damit „Terra incognita“ war, eröffnet die Werksschließung nun die Möglichkeit, das Areal in den Stadtraum zu integrieren sowie für die Allgemeinheit zu öffnen. Da sich das ca. 11 ha große Fabrikgelände am Stadtrand und unmittelbar angrenzend an den Bahnhof befindet, rückt es sowohl stadtplanerisch als auch politisch in den Fokus zukünftiger städtebaulicher Entwicklungen. Die besondere Lage im Siedlungszusammenhang und das historische Erbe des Standorts erfordern einen sensiblen Umgang mit der Frage seiner Zukunft. Die städtebauliche Rahmenplanung für das ehemalige Fabrikgelände sowie für das angrenzende Bahnhofsumfeld dient der Prüfung der städtebaulichen Machbarkeit für die potentielle Entwicklung eines Mischquartiers. Der Entwurf soll dabei Lösungsansätze zur Ausgestaltung eines attraktiven und zukunftsfähigen Wohn- und Gewerbestandorts aufzeigen.

Thomas Scholle
Ihr Ansprechpartner bei plan-lokal
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Projektdaten

Laufzeit

2023-2024