Ein neues integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept für Bonn-Hardtberg

Der Stadtbezirk Hardtberg in Bonn soll zukunftsfähig weiterentwickelt werden. Gemeinsam mit der Bundesstadt Bonn erarbeitet plan-lokal ein neues Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK). Ziel ist es, den Stadtteil an aktuelle Herausforderungen anzupassen, seine besonderen Qualitäten zu sichern und ihn lebenswert für heute und morgen zu gestalten.

Der Bonner Stadtbezirk Hardtberg mit seinen einzelnen Quartieren steht unter anderem aufgrund seiner städtebaulichen Entwicklungsgeschichte und seiner heterogenen Bevölkerungsstruktur zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Zugleich verfügt der Bezirk aufgrund seiner Nähe zum Stadtzentrum, der verkehrlichen Anbindung und der landschaftlichen Lage über besondere Entwicklungspotenziale. Bonn hat sich mit der Aufstellung des Integrierten Handlungskonzeptes Bonn-Hardtberg im Jahr 2002 bereits einigen Entwicklungsaufgaben verstärkt angenommen und zahlreiche Projekte umgesetzt.

Nach nun 23 Jahren ist es Zeit, Bilanz zu ziehen und ein neues integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) mit Perspektive bis 2040 zu erarbeiten, das den aktuellen Gegebenheiten und Herausforderungen begegnet. Ziel ist es, die besonderen Qualitäten des Bezirks zu sichern, neue Impulse zu setzen und Fördermöglichkeiten optimal zu nutzen. Für die Beantragung von Städtebauförderung wird in diesem Zusammenhang ein aus dem Gesamtkonzept abgeleitetes Förder-ISEK erstellt.

Mit dem Schwerpunkt einer kommunikativen Planung begleitet plan-lokal den gesamten Prozess fachlich und erarbeitet gemeinsam mit Verwaltung, Politik, weiteren Akteur:innen und der Bevölkerung die inhaltliche Ausrichtung. Ein zentrales Element ist die Bürgerbeteiligung: Erfahrungen, Bedarfe und Ideen aus den Quartieren fließen durch niedrigschwellige Formate in die Konzeptentwicklung ein, um tragfähige, bedarfsorientierte Maßnahmen zu entwickeln und Hardtberg zukunftsfähig zu gestalten.

20. Februar 2026Begleitgremium berät zum ISEK Bonn-Hardtberg

Am 28. Januar 2026 tagte zum ersten Mal das Begleitgremium zur Erarbeitung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für Bonn-Hardtberg. Rund 20 von der Bezirksvertretung benannte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Institutionen und Vereinen überprüften die Ergebnisse der bisherigen Analysephase und entwickelten erste strategische Ansätze für die nächste Projektphase.

Zum Einstieg erläuterte Petra Denny, die Leiterin des Stadtplanungsamtes der Bundesstadt Bonn, den Projektstand. Anschließend führte plan-lokal den Prozessaufbau, die Rolle des Begleitgremiums sowie zentrale Analyseergebnisse vor.

Im Mittelpunkt stand eine interaktive Arbeitsphase in Kleingruppen in der strategische Leitlinien für die weitere Entwicklung Hardtbergs diskutiert und ergänzt wurden. Die Ergebnisse fließen nun in die Ausarbeitung der Strategiephase ein.

Das Begleitgremium begleitet den Prozess beratend und bringt lokales Wissen ein.

19. Dezember 2025Verwaltungsworkshop zum ISEK Bonn-Hardtberg

Am 05. Dezember 2025 fand im Rahmen der Erarbeitung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) Bonn-Hardtberg ein zentraler Verwaltungsworkshop mit der Stadtverwaltung Bonn statt. Rund 25 Mitarbeitende aus unterschiedlichen Fachbereichen nahmen an dem Workshop teil und brachten ihre fachliche Perspektive aktiv in den Prozess ein.

Der Workshop markierte den Abschluss der Analysephase und hatte das Ziel, die bislang gewonnenen Erkenntnisse mit den Fachexpertinnen und -experten der Verwaltung zurückzukoppeln, gemeinsam zu reflektieren und zu diskutieren. Gleichzeitig diente er dazu, erste inhaltliche Ansätze und Fragestellungen für die anschließende Strategiephase zu identifizieren.

Grundlage der Diskussion bildeten die Ergebnisse aus mehreren Bausteinen der Analyse: Neben eigenen Gutachtenauswertungen flossen die Erkenntnisse aus den Beteiligungsformaten „Walking Acts“, von vier durchgeführten Quartiersspaziergängen, einer umfangreichen Onlinebeteiligung mit zahlreichen Teilnehmenden sowie Rückmeldungen aus der Verwaltung zum Start der Analysephase ein. Diese breite Datengrundlage ermöglichte eine differenzierte Betrachtung der Ausgangslage im Stadtbezirk Hardtberg.

Im Workshop wurden die Ergebnisse zusammengeführt, fachlich eingeordnet und aus unterschiedlichen Blickwinkeln bewertet. Die offene Diskussion trug dazu bei, Zusammenhänge zu schärfen, Prioritäten zu erkennen und Handlungsbedarfe zu konkretisieren. Die Rückmeldungen und Ergänzungen aus der Verwaltung erwiesen sich dabei als besonders wertvoll für die weitere Ausarbeitung des ISEK.

Der Verwaltungsworkshop stellte somit einen wichtigen Meilenstein im Projekt dar. Die gemeinsam gewonnenen Erkenntnisse bilden eine tragfähige Grundlage für die nun folgende Strategiephase und stärken die fachliche Abstimmung innerhalb der Stadtverwaltung für die weitere Projektarbeit am ISEK Bonn-Hardtberg.

10. Oktober 2025Walking Acts in Bonn-Hardtberg

Am Dienstag, den 7. Oktober 2025 wurde im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) Hardtberg mit den „Walking Acts“ eine aufsuchende Beteiligung durchgeführt. Mit vielen Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils Hardtberg konnten wir in Kontakt getreten und ihre Perspektiven auf die Zukunft des Lebensumfeldes in die Entwicklung des ISEK hören. Dieses niederschwellige Format verfolgte das Ziel, Menschen direkt in ihrem Alltag anzusprechen und so auch jene Bevölkerungsgruppen einzubeziehen, die an klassischen Beteiligungsformaten seltener teilnehmen.

Wir waren im Nachmittagsverlauf an verschiedenen Orten im Bezirk unterwegs: in der Rochusstraße im Zentrum des Stadtteils Duisdorf sowie in der Edisonallee und der Borsigallee im Stadtteil Brüser Berg. Im Gespräch konnten wir Einblicke in Wahrnehmungen, Ideen und Wünsche für die zukünftige Entwicklung der Stadtteile bekommen. Insgesamt wurden rund 70 Personen befragt, deren Alter zwischen etwa 6 und 75 Jahren lag, wodurch Stimmen aus ganz unterschiedlichen Altersgruppen und Lebenssituationen in die Auswertung einfließen können.
Im Anschluss an die Gespräche wurde mit Sprühkreide jeweils ein Schlagwort oder eine prägnante Aussage aus dem Dialog auf den Gehweg hinterlassen. Diese Markierungen dienten dazu, zentrale Gedanken und Stimmungen sichtbar zu machen und zugleich weitere Passantinnen und Passanten auf die laufende Beteiligung aufmerksam zu machen.

Damit wurde der öffentliche Raum selbst zu einem Ort der Kommunikation und Reflexion. Durch diese niedrigschwellige, dialogorientierte Vorgehensweise konnten authentische Eindrücke und vielfältige Perspektiven aus dem Alltag in Hardtbergs entnommen werden. Sie bilden nun eine  der Grundlagen für die weitere Ausarbeitung des ISEK und tragen dazu bei, die Ideen der Bürgerschaft frühzeitig und sichtbar in den Planungsprozess einzubinden.

Pauline Thiemann
Ihre Ansprechpartnerin bei plan-lokal
+49 231 952083-31
Olaf Kasper
Ihr Ansprechpartner bei plan-lokal
+49 231 952083-0
Carmen Mühle
Ihre Ansprechpartnerin bei plan-lokal
+49 231 952083-25
Fabienne Scheid
Ihre Ansprechpartnerin bei plan-lokal
+49 231 952083-27

Projektdaten

Laufzeit

09/2025 – 12/2026

Auftraggeber

Stadt Bonn
Stadtplanungsamt
Rieke Gäntgen

Werkzeuge

Aktivierende Beteiligung
Aktionen einer aktivierenden Beteiligung (z. B. Stadtteilputz, Pflanzaktionen, Wohnumfeldgestaltung) fördern bürgerschaftliches Engagement und erhöhen die Identifizierung mit Quartieren oder dem individuellen Wohnumfeld.
Bürgerforen
Bürgerforen richten sich offen an einen im Vorfeld zu definierenden Bevölkerungskreis. Hierbei kann es sich um die gesamte Bürgerschaft einer Stadt handeln, aber ebenso um die eines Stadtteils oder eines Quartiers. Die Foren können sowohl thematisch offen sein, wie auch auf konkrete Fragestellungen ausgerichtet werden. Bei komplexen Projekten der Stadt-, Gemeinde- oder Dorfentwicklung bieten sich Bürgerforen z. B. als Auftakt- und Abschlussveranstaltung an.
Stadtteilkonferenzen und -werkstätten
Stadtteilkonferenzen oder -werkstätten können z. B. im Rahmen von Stadterneuerungsprojekten durchgeführt werden, um zentrale Akteure und engagierte Bürger in Stadtentwicklungsprozesse einzubinden.
Stadtteilspaziergänge
Stadtteilspaziergänge mit interessierten Bürgern oder ausgewählten Zielgruppen (z. B. Kinder und Jugendliche) transportieren Alltagserfahrungen und gruppenspezifische Sichtweisen in Planungsprozesse. Der diskursive Austausch vor Ort qualifiziert und bereichert die analytische und konzeptionelle Projektarbeit.
Politikworkshops
Zur intensiven Einbeziehung der Politik in Planungsverfahren bietet sich die Durchführung von Politikworkshops an. Sie bieten Möglichkeiten zur intensiven fachlichen Auseinandersetzung mit Planungsverfahren sowie zum informellen Austausch fachlicher und politischer Positionen.
Zukunftswerkstätten, World Café, Open Space & Co
Das konzeptionelle Grundgerüst von Workshops basiert auf unterschiedlichen Methoden. Eine der Wesentlichen davon ist die Zukunftswerkstatt (nach Robert Jungk), die sich in ihren Grundüberlegungen und Arbeitsweisen in nahezu allen Workshopkonzepten wiederfindet. World Café und Open Space eröffnen methodisch die Möglichkeit mit großen Gruppen zu arbeiten und dabei ein individuelles Einbringen aller Teilnehmer zu ermöglichen. Abgerundet durch eigene Formatentwicklungen wird für jeden Workshop das methodische Fundament gefunden.