Stadtteilperspektive Zukunft Forst

Der Stadtteil Forst in Aachen soll in Zukunft städtebaulich und sozial weiterentwickelt werden. Aus diesem Anlass wurde plan-lokal von der Stadt Aachen mit der Erarbeitung der Stadtteilperspektive Zukunft Forst beauftragt – ein Rahmenkonzept mit Leitlinien zur zukünftigen Entwicklung des Stadtteils und einer Vielzahl an Projektideen.

Der Aachener Stadtteil Forst mit ca. 22.000 Einwohner*innen auf einer Fläche von knapp 400 ha setzt sich aus insgesamt sechs sehr unterschiedlichen Teilräumen beiderseits der Trierer Straße zusammen: Unterforst und Altforst im nördlichen Stadtteilgebiet, Schönforst und Forster Linde in mittlerer Lage und Driescher Hof sowie die Obere Trierer Straße mit der Lützow-Kaserne im südlichen Bereich bilden die verschiedenen Teilräume. Jeder der sechs Teilräume zeichnet sich durch eine eigene Identität aus und weist jeweils unterschiedliche sozio-kulturelle sowie bauliche Potenziale und Herausforderungen auf. Des Weiteren zeigen sich verkehrliche Herausforderungen durch die Dominanz und Trennwirkung von Straßen wie der Trierer Straße, der Adenauerallee oder dem Madrider Ring. Unter anderem durch diese Trennwirkung wird das Fehlen einer gemeinsamen Stadtteilidentität geprägt.

Aus diesem Grund hat der Planungsausschuss der Stadt Aachen die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes beschlossen, mit dessen Erarbeitung plan-lokal beauftragt wurde. Ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept stellt die Basis zur Beantragung von Städtebaufördermitteln dar. Im Juni 2023 hat sich die nordrhein-westfälische Städtebauförderrichtlinie maßgeblich verändert. Wegen dieser veränderten Ausgangsbedingungen hat die Stadt Aachen die Ausrichtung des Konzeptes in Richtung einer grundlegenden und richtungsweisenden Stadtteilperspektive veranlasst. Die Stadtteilperspektive ist als Gesamtstrategie für die nächsten Jahre mit räumlicher Wirkung in Forst zu verstehen. Sie bietet neben der Akquise unterschiedlicher Förderzugänge, den Ausgangspunkt für weitere integrierte Konzepte, die Bündelung öffentlicher und privater Ressourcen sowie Mitbestimmung und Partizipation, mit dem Ziel, möglichst viele Projektideen umsetzen zu können.

Die Stadtteilperspektive umfasst nicht nur Projekte der Städtebauförderung, sondern darüber hinaus viele weitere Projekte, die – integriert betrachtet – zu einer ganzheitlichen Aufwertung des Stadtteils führen sollen. Es wird angestrebt, Projekte in den anderen Gebieten über weitere Finanzierungs- und Förderzugänge außerhalb des Rahmens der Städtebauförderung umzusetzen. Insbesondere wird ein Schwerpunkt auf Maßnahmen zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und des nachbarschaftlichen Miteinanders gelegt. Zur Entwicklung und Stärkung von Orten der Gemeinschaft und des Zusammenlebens braucht es das Engagement und die Mitarbeit von Bewohner*innen, Akteur*innen und weiteren Interessierten, auch im Hinblick auf eine nachhaltige Wirkung. Das Konzept zeichnet ein ganzheitliches Zukunftsbild für Aachen Forst mit dem Ziel, alle Belange der Stadtteilentwicklung, auch den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung, einzubeziehen und passende Maßnahmen unabhängig ihrer Förderzugänge und weiteren Realisierungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Damit möglichst viele Zielgruppen an der Entstehung der Stadtteilperspektive mitwirken können, hat die Stadt Aachen gemeinsam mit plan-lokal ein breites Spektrum von Beteiligungsangeboten (Werkstätten, Online-Beteiligung, aufsuchende Formate, Formate für Kinder und Jugendliche usw.) realisiert.

25. August 2025Erste Projekte der Stadtteilperspektive Zukunft Forst umgesetzt

Erste Projekte im Aachener Quartier Unterforst umgesetzt. Als eine Maßnahme aus der Stadtteilperspektive, die Ende 2024 vom Rat der Stadt Aachen beschlossen wurde, wurde jüngst eine der zwei repräsentativen Außenfassaden des Bunkers in Unterforst gestaltet. Welches Kunstprojekt die Wand zukünftig verschönert, durften die Aachener mitbestimmen. Gewonnen hat der Entwurf von Künstler Jagama (Alex Shifferaw) „Wald mit Fuchs“. Neben dem Kunstwerk an der Mataréstraße soll die zweite Fassadenseite an der Zeppelinstraße in naher Zukunft durch eine Fassadenbegrünung verschönert werden.

Auch die Maßnahme „Quartiersgarten“ und damit die Gestaltung eines Treffpunktes für die Bewohner*innen nimmt rund um die Kirche St. Bonifatius mehr und mehr Gestalt an. Unter dem Motto „Mitmachgarten für Alle“ entsteht ein Ort der Gemeinschaft, des Austauschs – und natürlich des Gärtnerns.

30. September 2024Stadtteilperspektive Aachen Forst im Videoformat

Die Erarbeitung der Stadtteilperspektive Zukunft Forst nähert sich dem Ende. Das Konzept soll demnächst politisch beschlossen werden. Wir blicken zurück auf einen langen Erarbeitungsprozess, der neben der fachlichen Arbeit zahlreiche Möglichkeiten zur Mitwirkung von unterschiedlichen Zielgruppen bot und weiterhin bieten wird, denn die Fertigstellung des Konzeptes ist nicht gleichzusetzen mit dem Ende des Entwicklungsprozesses.

Informieren Sie sich in dem Video über den Aufbau und die Inhalte des Konzepts, auf dessen Grundlage der Aachener Stadtteil Forst in den nächsten Jahren mit einem Fokus auf sozialen und städtebaulichen Projekten weiterentwickelt werden soll:

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auch unter: www.aachen.de/zukunft-forst oder unter: www.plan-portal.de/zukunft-forst

Alfred Körbel
Ihr Ansprechpartner bei plan-lokal
+49 231 952083-0
Olaf Kasper
Ihr Ansprechpartner bei plan-lokal
+49 231 952083-0
Lea Heer
Ihre Ansprechpartnerin bei plan-lokal
0231-952083-26
Ihre Ansprechpartnerin bei plan-lokal

Projektdaten

Laufzeit

2023-2024

Werkzeuge

PLAN-PORTAL
Mit der Eigenentwicklung des Online-Beteiligungstools PLAN-PORTAL wird eine umfassende Plattform zur interaktiven Bürgerbeteiligung angeboten, die sich durch hohe Anwenderfreundlichkeit und Flexibilität auszeichnet.
Aktivierende Beteiligung
Aktionen einer aktivierenden Beteiligung (z. B. Stadtteilputz, Pflanzaktionen, Wohnumfeldgestaltung) fördern bürgerschaftliches Engagement und erhöhen die Identifizierung mit Quartieren oder dem individuellen Wohnumfeld.
Politikworkshops
Zur intensiven Einbeziehung der Politik in Planungsverfahren bietet sich die Durchführung von Politikworkshops an. Sie bieten Möglichkeiten zur intensiven fachlichen Auseinandersetzung mit Planungsverfahren sowie zum informellen Austausch fachlicher und politischer Positionen.
Schlüsselpersonengespräche
Schlüsselpersonengespräche, z.B. in Form von Leitfadeninterviews, erschließen spezifischen örtliches oder fachliches Wissen und ermöglichen dabei ein äußerst differenziertes Abhandeln relevanter Themen und Sichtweisen.
Stadtteilkonferenzen und -werkstätten
Stadtteilkonferenzen oder -werkstätten können z. B. im Rahmen von Stadterneuerungsprojekten durchgeführt werden, um zentrale Akteure und engagierte Bürger in Stadtentwicklungsprozesse einzubinden.
Stadtteilspaziergänge
Stadtteilspaziergänge mit interessierten Bürgern oder ausgewählten Zielgruppen (z. B. Kinder und Jugendliche) transportieren Alltagserfahrungen und gruppenspezifische Sichtweisen in Planungsprozesse. Der diskursive Austausch vor Ort qualifiziert und bereichert die analytische und konzeptionelle Projektarbeit.